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Neue Nachweispflicht und Ausnahmeregelung im Bereich der Energieaudits

Vor wenigen Tagen trat die Neufassung des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) in Kraft. Eine wesentliche Neuerung ist die Forderung nach einem Nachweis über die nach dem Gesetz durchgeführten Energieaudits. Die sogenannte „Online-Energieauditerklärung“ ist spätestens zwei Monate nach der Durchführung des Audits gegenüber dem BAFA abzugeben. Das elektronische Formular wird zeitnah auf der Internetseite der Behörde zur Verfügung stehen.

Außerdem neu ist die Bagatellregelung, die Unternehmen, deren Gesamtenergieverbrauch über alle Energieträger hinweg im Jahr 500.000 kWh oder weniger beträgt, von der Pflicht zur Durchführung der Energieaudits befreit. Maßgeblich für die Ermittlung des Gesamtenergieverbrauchs ist der Gesamtverbrauch des letzten vollständigen Abrechnungszeitraums von zwölf Monaten, der dem Kalenderjahr vorausgeht, in dem ein Energieaudit hätte durchgeführt werden müssen. Auch die von dieser Ausnahmeregelung profitierenden Unternehmen müssen eine Online-Energieauditerklärung ausfüllen. Die Frist bemisst sich hier auf zwei Monate nachdem sie das Audit hätten durchführen müssen.

Eine weitere Neuerung enthält die grundsätzliche und bereits etablierte Ausnahmeregelung der Managementsysteme. Nach dieser sind viele Unternehmen bereits von der Energieauditpflicht befreit, indem sie ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 oder einem Umweltmanagementsystem nach EMAS betreiben. Künftig reicht es für die Befreiung aus, dass ein Unternehmen mit der Einrichtung eines der genannten Managementsysteme begonnen hat.

Mit der Novelle des EDL-G erfolgt auch eine Anpassung an die neue DIN EN ISO 50001:2018. Der Gesetzgeber stellt klar, dass Zertifikate für die Freistellung zur Durchführung von Energieaudits nach DIN EN ISO 50001 aus dem Jahr 2011 ab dem 21. August 2021 ihre Gültigkeit verlieren. Für eine Befreiung über dieses Datum hinaus ist somit eine Umstellung auf die neue Norm notwendig.

Schlussendlich werden durch die Neuregelung des Gesetzes auch die Anforderungen an Energieauditoren verschärft. Diese müssen künftig regelmäßig an Fortbildungen teilnehmen, die gegenüber dem BAFA nachzuweisen sind. Energieauditoren haben sich zudem vor der Durchführung ihres ersten Audits nach dem 26. November 2019 beim BAFA zu registrieren und dabei die Erfüllung der Anforderungen an die Fachkunde nachzuweisen. Die neue Registrierungspflicht gilt nicht für bereits freiwillig beim BAFA öffentlich gelistete Personen.

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Haben Sie Fragen zu den neuen Nachweispflichten oder den Ausnahmeregelungen des Energiedienstleistungsgesetzes? Rufen Sie uns an.

Ihr persönlicher Ansprechpartner

Tim Bieber
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