Arbeitsstättenregel kokretisiert Anforderungen an Gefährdungsbeurteilung

ASR V3 – Gefährdungsbeurteilung, Neuaufnahme, vom 30. Juni 2017, GMBl. Nr. 22 vom 05.07.2017, S. 390

Die Arbeitsstättenregel ist neu und konkretisiert die Anforderungen an die Gefährdungsbeurteilung beim Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten sowie bei Telearbeitsplätzen.

Die ASR V3 gibt in Nummer 4 allgemeine Grundsätze zur Gefährdungsbeurteilung vor. So sind u.a. bereits im Planungsprozess von Neu- oder Umbauten die Nutzung der Arbeitsstätte und der Stand der Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene sowie die ergonomischen Anforderungen zu ermitteln und als Anforderung an die Arbeitsstätte festzuhalten.

Anlässe für die kontinuierliche Überprüfung und Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung sind  insbesondere:

  • wesentliche Veränderungen in der Arbeitsstätte, z.B.:
    • der Umgestaltung der bestehenden Arbeitsstätte,
    • der Festlegung von Arbeitsplätzen,
    • der Änderung von Arbeitsverfahren,
    • der Änderung der Arbeitsabläufe und der Arbeitsorganisation,
    • im Zusammenhang mit dem Einsatz anderer Arbeitsmittel oder Arbeitsstoffe,
    • im Zusammenhang mit der Änderung oder Beschaffung von Maschinen, Geräten und Einrichtungen,
    • im Zusammenhang mit Instandhaltung,
    • bei der Änderung von relevanten Rechtsvorschriften oder von Technischen Regeln,
  • neue arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse bzw. Veränderungen des Standes der Technik, Arbeitsmedizin und Hygiene,
  • Erkennen von kritischen Situationen (z.B. Beinahe-Unfällen, Fehlzeiten infolge arbeitsbedingter Gesundheitsbeeinträchtigungen sowie Erkenntnissen aus der arbeitsmedizinischen Vorsorge),
  • Bekanntwerden einer Behinderung bei Beschäftigten oder
  • Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten.

Fachkundige Durchführung der Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung muss fachkundig durchgeführt werden, der Durchführende muss also die entsprechenden Fachkenntnisse besitzen – in Abhängigkeit von den zu beurteilenden Gefährdungen. Zu den Anforderungen zählen eine entsprechende Berufsausbildung, Berufserfahrung oder eine zeitnah ausgeübte entsprechende berufliche Tätigkeit. Wie in diversen Arbeitsschutzverordnungen (z.B. GefStoffV, LärmVibArbSchV) ist dabei klar vorgegeben, dass Fachkenntnisse durch Teilnahme an Schulungen oder Unterweisungen auf aktuellem Stand zu halten sind.

Die Prozessschritte der Gefährdungsbeurteilung (Vorbereiten, Ermitteln, Beurteilen, Festlegen und Umsetzen von Maßnahmen, Überprüfen der Wirksamkeit der Maßnahmen, Dokumentation, Fortschreiben) werden in Nummer 5 beschrieben und geben zahlreiche Anforderungen vor, die zu berücksichtigen sind, beispielsweise:

Im Hinblick auf die Ermittlung von Beurteilungsmaßstäben gilt die Vorgabe, dass primär Anforderungen, Maße und Werte der ASRn als Maßstäbe heranzuziehen sind. Sollten dort keine Maßstäbe vorliegen sind andere gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zu nutzen, zum Beispiel DGUV Vorschriften und Regeln. Als nächsten Schritt – sollte es auch dort keine Maßstäbe geben – ist zu prüfen, ob Forschungsberichte, wissenschaftliche Veröffentlichungen Grenz-, Schwellen- oder Richtwerte liefern bevor letztendlich eigenständig betrieblich Beurteilungsmaßstäbe entwickelt und verwendet werden.

Wirksamkeitsprüfung der festgelegten Maßnahmen

Die Umsetzung und Wirksamkeit der festgelegten Maßnahmen sind zu überprüfen und dabei festzustellen, ob:

  •  die Maßnahmen vollständig umgesetzt wurden,
  • die Gefährdungen dadurch beseitigt bzw. hinreichend reduziert sind und
  • gegebenenfalls neue Gefährdungen entstanden sind.

Die Prüfung kann z.B. durch Beobachten, Messen oder Befragen erfolgen.

Die Gefährdungsbeurteilung ist vor Aufnahme der Tätigkeiten zu dokumentieren und muss die unter Nummer 5.7.2 genannten Mindestangaben enthalten (Bezeichnung der erfassten Arbeitsplätze, Arbeitsbereiche und Tätigkeiten; festgestellte Gefährdungen und die Ergebnisse derer  Beurteilung;    festgelegte Maßnahmen inklusive konkrete Umsetzungsschritte; Ergebnis der Wirksamkeitsüberprüfung; die Verantwortlichen für die Durchführung der Gefährdungsbeurteilung und der Wirksamkeitskontrolle; Datum der Erstellung bzw. der Aktualisierung) und ggf. weitere Unterlagen wie Messprotokolle, Unfallberichte etc.

Der Anhang enthält Erläuterungen mit Beispielen zu den einzelnen Gefährdungsfaktoren.

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